Aufruf zur Gründung eines „Museums des Kalten Krieges – Teilung und Befreiung Europas“

Fast ein halbes Jahrhundert lang hat der Kalte Krieg die internationale Politik und das tägliche Leben in Ost und West dominiert. Er hat Deutschland geteilt, Europa zerrissen und andere Länder der Welt gespalten. Die in immer neuen Krisen gipfelnden Konfrontationen haben den Frieden wiederholt gefährdet. Das konventionelle und nukleare Wettrüsten hat das Überleben der Menschheit bedroht. Die Auseinandersetzung zwi schen den Systemen kommunistischer Diktatur und freiheitlicher Demokratie hat sowohl internationale Spannungen verschärft als auch das Klima der inneren Politik vergiftet. Auch wenn die heißen Kriege in Asien und Afrika stattfanden, hat der Ost-West Konflikt in Europa ein Klima der Angst geschaffen, das über sein Ende hinauswirkt.

Dennoch ist es den beiden feindlichen Blöcken gelungen, die nukleare Vernichtung zu vermeiden und sich nach vergeblichen Anläufen aus der Psychose gegenseitiger Verteufelung zu lösen. Immer wieder haben verantwortliche Staatsmänner versucht, die Koexistenz durch Entspannungsgesten zu einer dauerhaften Detente auszubauen.
Blockübergreifend hat sich die Friedensbewegung um die Begrenzung des Wettrüstens und die Überwindung des Konflikts bemüht. Schließlich ist der Kommunismus zusammengebrochen, haben die Bürgerinnen und Bürger Freiheit und Demokratie durchgesetzt und sich von der sowjetischen Vorherrschaft befreit. Dadurch haben die Länder Ostmitteleuropas ihre Unabhängigkeit zurück gewonnen und kann der europäische Kontinent wieder zusammenwachsen.

Zwei Jahrzehnte nach dem Ende des Kalten Krieges hat sich die Welt so stark verändert, dass es schwer fällt, sich an seine Bedrohlichkeit wie deren Überwindung zu erinnern. Die Überreste des Eisernen Vorhangs und der Mauer sind weitgehend verschwunden; die befreiten und wieder aufblühenden Länder Ostmitteleuropas sind Mitglieder der NATO und EU geworden. Diese schnellen Veränderungen lassen die Erfahrungen des Kalten Krieges vergessen. Die nach 1989 geborene Generation hat keine persönliche Erinnerung mehr an Unterdrückung und Teilung des Kontinents. Selbst Berlin-Besucher aus aller Welt haben große Schwierigkeiten, noch Spuren der vormals so prägenden Auseinandersetzung zu finden.

Wir rufen zur Gründung eines „Zentrums des Kalten Krieges“ auf, um die Erinnerung an die Teilung Europas wie seine Befreiung dauerhaft zu sichern. Der geeignete Ort dafür ist Berlin, „Frontstadt“ des Ost-West Konflikts, in zwei Hälften geteilt, und durch eine unmenschliche Mauer getrennt, die selbst durch wiederholte Krisen zum Symbol wurde. Die vorhandenen Einrichtungen wie das „Alliiertenmuseum“ in Zehlendorf, das „Deutsch-Russische Museum“ in Karlshorst oder der Caecilienhof in Potsdam benötigen ein gemeinsames Portal, das sie durch Darstellung des internationalen Kontextes vernetzt.
Wir fordern die Bundesregierung und den Berliner Senat auf, dafür geeignete Räumlichkeiten am ehemaligen Grenzübergang Checkpoint Charlie zu sichern.
Wir bitten um Unterstützung durch Unterschriften und Spenden.

Initiatoren:
James D. Bindenagel, Vizepräsident für Gemeinwesen, Regierung und internationale Angelegenheiten an der DePaul University, Botschafter a.D.
Jackson Janes, Direktor des American Institute for Contemporary German Studies
Konrad H. Jarausch, Senior Fellow des Zentrums für Zeithistorische Forschung
Markus Meckel, Abgeordneter des Deutschen Bundestages

Erstunterzeichner:
Prof. Wladyslaw Bartoszewski, Außenminister der Republik Polen a.D.
Elmar Brok, MdEP
Prof. Bronislaw Geremek, MdEP, Außenminister der Republik Polen a.D.
Vaclav Havel, Präsident der Tschechischen Republik a.D.
Toomas Hendrik Ilves, Präsident der Republik Estland
John Kornblum, Botschafter a.D.
Miklós Németh, Ministerpräsident Ungarns a.D.
Prof. Adrian Severin, MdEP, Vizepremierminister und Außenminister Rumäniens a.D.
Prof. Horst Teltschik
Dr. Hans-Jochen Vogel, Bundesminister a.D., Regierender Bürgermeister von Berlin a.D.
Liste der Unterzeichner

Cold War Museum Letter of Support

Spendenkonto für das Zentrum des Kalten Krieges
Kontoinhaber: Verein Berliner Mauer – Gedenkstätte und Dokumentationszentrum e.V.
Verwendungszweck: Museum des Kalten Krieges
Geldinstitut: Berliner Volksbank
Kto: 584 166 7036 BLZ: 100 900 00
IBAN: DE 37 1009 0000 5841667036
BIC: BEVODEBB

Aktuell

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    Neue Forschungen zum Kalten Krieg
    Beginn: 22.10.2015, Ort: Humboldt-Universität, mehr erfahren...
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Der Regierende Bürgermeister von Berlin

Senatskanzlei - Kulturelle Angelegenheiten

Dr. Christine Regus

Brunnenstraße 188-190

10119 Berlin

Veranstaltungen Archiv

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20.03.2009, Jenseits der Feindbilder. Die Bedeutung des "Kalten Krieges" und seine Überwindung für das heutige Europa

http://www.bfgg.de/projekte/jenseits-der-feindbilder.html
 

Konzeption

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Das Konzept zum Download (1,5MB)

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Berliner Forum für Geschichte und Gegenwart e. V
Wartburgstraße 42, 10823 Berlin, fon 030-2163571, info@bfgg.de