"Christenkreuz und Hakenkreuz". Kirchenbau und sakrale Kunst im Nationalsozialismus

Ausstellung in der Brüdernkirche, Braunschweig, Foto: St. Endlich

Eine Ausstellung von
Stefanie Endlich, Monica Geyler-von Bernus und Beate Rossié

Mehr als 900 Kirchenneubauten, Umgestaltungen und neue Gemeindehäuser aus den Jahren nach 1933 widerlegen die weit verbreitete Ansicht, dass Kirchenbau und Kirchenkunst für beide Konfessionen in der NS-Zeit nahezu zum Erliegen gekommen seien. Bis heute sind viele künstlerische und architektonische Sachzeugnisse des Kirchenbaus und der sakralen Kunst erhalten, in deren Gestaltung der Einfluss der nationalsozialistischen Ideologie besonders deutlich wird. Sie dokumentieren die damalige Anfälligkeit der Gemeinden für Rassismus, Volksgemeinschafts-Propaganda und Totenkult.
Die Martin-Luther-Gedächtniskirche in Berlin-Mariendorf, 1930/31 entworfen und 1935 eingeweiht, veranschaulicht den Übergang von der späten Weimarer Republik zur Frühphase der NS-Herrschaft, in der in kürzester Zeit die Ausgangslage für Vernichtungskrieg und Völkermord geschaffen wurde. Anders als bei vergleichbaren Kirchen sind an der Gestaltung ihres Innenraums auch heute noch fast alle Aspekte einer von NS-Ideologie beeinflussten sakralen Kunst ablesbar.
Weitere Beispiele aus der gesamten Bundesrepublik lassen ein breites Spektrum NS-spezifischer Ausdrucksformen in Kirchenbau und Sakral-Kunst erkennen. Vier von ihnen zeigen exemplarische Architektur-Ansätze jener Zeit: den damals im Kirchenbau vorherrschenden romanisierenden Stil, Merkmale der »Heimatschutz«-Architektur, neoklassizistische Anklänge und Kirchen, die im Kontext nationalsozialistischer Mustersiedlungen entstanden sind.
Sechs Beispiele verdeutlichen die verschiedenen Aspekte nationalsozialistisch beeinflusster Kirchenkunst. So wurden Motive christlicher Ikonographie ideologisch aufgeladen und neu interpretiert, Themen der NS-Propaganda in den kirchlichen Bereich übertragen. Auch nationalsozialistische Symbole und Figuren zeigte man unmittelbar im sakralen Raum.
Das Katalogbuch ist im Metropol Verlag Berlin erschienen und kostet 19 Euro.

 

 

 

Aktuell

Aktuell

  • 1500 Menschen haben während der Sonderausstellung die KZ-Gedenkstätte Ladelund besucht. An der Finissage nahmen auch Gäste aus den Niederlanden und Dänemark teil. Bericht aus Ladelund
  • Nächste Station wird im Novemeber 2013 die Kirche Nürnberg-Maxfeld sein. 
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Projektdaten

Projektdaten

Eine Ausstellung des Berliner Forums für Geschichte und Gegenwart

Wissenschaftliche Recherchen, Texte:
Beate Rossié, M.A.; Prof. Dr. Stefanie Endlich
Redaktion:
Monica Geyler-von Bernus
Foto-Dokumentation:
Mechthild Wilhelmi, Berlin
Englische Übersetzung:
Robin Benson, Don Mac Coitir, Berlin
Visuelles Konzept und Layout:
Sabine Klopfleisch d17, Berlin

© 2008 bfgg

Unterstützt durch
Gedenkstätte Deutscher Widerstand, Berlin
Dt. Gesellschaft für christliche Kunst, München
Aktives Museum Faschismus und Widerstand in Berlin e.V.
Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Berliner Forum für Geschichte und Gegenwart e. V
Wartburgstraße 42, 10823 Berlin, fon 030-2163571, info@bfgg.de