Jenseits der Feindbilder. Die Bedeutung des „Kalten Krieges“ und seiner Überwindung für das heutige Europa

Credit: Meißner, ullstein bild, 08.08.2006

Öffentliche Diskussionsveranstaltung zur Vorbereitung eines Museums des Kalten Krieges – Die Teilung Europas und ihre Überwindung

PRESSEERKLÄRUNG

Im Festsaal des Berliner Rathauses fand am Freitag, dem 20. März 2009 in Anwesenheit von mehreren Botschaftsvertretern und rund 250 weiteren Gästen aus der interessierten Öffentlichkeit die erste Diskussionsveranstaltung zur Vorbereitung eines Museums des Kalten Krieges statt.Aus den Eröffnungsbeiträgen von Horst Teltschik, Vize-Kanzleramtschef und außenpolitischer Berater Helmut Kohls von 1983 bis zur deutschen Wiedervereinigung, und Richard C. Barkley, 1988 bis 1990 letzter US-Botschafter in Ost-Berlin, sowie aus den Statements der vier international renommierten Zeithistoriker Włodzimierz Borodziej (Polen), Sandrine Kott (Frankreich), Horst Möller (IFZ München) und Christian Ostermann (USA) ging folgendes Ergebnis hervor:
Berlin hat als ehemalige „Frontstadt“ des Kalten Krieges und Nahtstelle zwischen den verfeindeten Blöcken die historische Aufgabe, an den Kalten Krieg zu erinnern. Dies muss im Rahmen einer multiperspektivischen Darstellung geschehen, welche die Teilung Europas und der Welt sowie ihre Überwindung im Zuge der politischen Veränderungen in Ostmitteleuropa und der DDR thematisiert. In der zu schaffenden Ausstellung sollten die Berliner Ihre Erfahrungen mit dieser Zeit ebenso wiederfinden können wie Besucher aus anderen Teilen Deutschlands, Europas und der Welt.
Der Checkpoint Charlie ist der Weltöffentlichkeit als Sinnbild des Ost-West-Konflikts bekannt und daher hervorragend als Standort für ein Museum des Kalten Krieges geeignet, das sich der diplomatischen wie der militärischen, der sozialen wie der kulturellen Dimension des globalen Systemkonflikts und seiner Überwindung annimmt. Insofern würde ein solches Museum die Gedenkstätte Berliner Mauer an der Bernauer Straße ideal ergänzen und außerdem keinerlei Konkurrenz zum Museum Haus am Checkpoint Charlie darstellen.
Mit diesem Votum ist der erste Meilenstein der Vorbereitungen erreicht. Das Museumsprojekt – initiiert im Juni 2008 von James D. Bindenagel (US-Botschafter a. D.), Jackson Janes (Direktor des AICGS), Konrad H. Jarausch (Senior Fellow des ZZF) und Markus Meckel (MdB) – genießt eine breite, sowohl wissenschaftliche als auch prominente politische Unterstützung wie z.B. durch James A. Baker, Władysław Bartoszewski, Elmar Brok, Carlo Azeglio Ciampi, Roland Dumas, Timothy Garton Ash, Václav Havel, Sergej A. Kowalew und Hans-Jochen Vogel.
Nächste Schritte sind die Erarbeitung eines Finanzierungsmodells mit dem irischen Investor und die Konstituierung eines internationalen wissenschaftlichen Beirats zum Herbst 2009. Die Konzepterarbeitung ist in einer interdisziplinären Arbeitgruppe bei der Berliner Senatskanzlei – Kulturelle Angelegenheiten angesiedelt, in welcher u. a. die zeitgeschichtlichen Museen Berlins und die Stiftung Berliner Mauer vertreten sind.
Berlin, 23. März 2009
Konrad H. Jarausch und Markus Meckel, MdB,
für die Initiatoren eines Museums des Kalten Krieges am Checkpoint Charlie

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Berliner Forum für Geschichte und Gegenwart e. V
Wartburgstraße 42, 10823 Berlin, fon 030-2163571, info@bfgg.de