Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen

Seit Mai 2008 steht am Rande des Tiergartens das Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen. Die in Berlin lebenden Künstler Michael Elmgreen & Ingar Dragset haben den Gedenkort gegenüber dem Holocaust-Mahnmal gestaltet. Für die homosexuellen NS-Opfer haben sie eine einzelne geneigte Beton-Stele entworfen, in der eine Filmsequenz läuft. Im Nationalsozialismus konzentrierte sich die Verfolgung von Homosexuellen auf Männer. Bereits ein Kuss unter Homosexuellen war strafbar. Darauf verweist das Video eines sich küssenden Männerpaars.
Nach der Kritik, durch den Film in der Stele würden ausschließlich Männer als Opfer von Verfolgung geehrt, Lesben dagegen ausgegrenzt, ist in der Überarbeitung des Denkmalentwurfs nun ein Videowechsel im Zwei-Jahres-Rhythmus geplant, um auch andere künstlerische Interpretationen eines gleichgeschlechtlichen Kusses zu präsentieren und mit dem Wechsel des Filmbildes auf die komplexe Aufgabenstellung durch die Denkmalsetzer zu reagieren. 

Das Denkmal soll (wie am 12. Dezember 2003 vom Deutschen Bundestag beschlossen) die verfolgten und ermordeten Opfer ehren, die Erinnerung an das Unrecht wach halten und ein beständiges Zeichen setzen gegen Intoleranz, Feindseligkeit und Ausgrenzung gegenüber Schwulen und Lesben.
Die Form des Denkmals hat eine Jury im Rahmen eines künstlerischen Wettbewerbs ermittelt, den das Land Berlin im Auftrag der Bundesrepublik Deutschland auslobte – in Abstimmung mit dem Lesben- und Schwulenverband Deutschland e.V. und der Initiative „Der homosexuellen NS-Opfer gedenken“.
Im April 2005 fand im Berliner Abgeordnetenhaus ein Kolloquium zur Vorbereitung des Kunstwettbewerbs statt. Die zweitägige Veranstaltung richtete sich an die 30 zum Wettbewerb eingeladenen Künstler, die Fachöffentlichkeit aus Kunst und Politik sowie an interessierte Mitglieder der schwul-lesbischen Community.
Thema waren der neueste Forschungsstand zur Verfolgung der Homosexuellen im Nationalsozialismus, die politische Bedeutung des geplanten Gedenkorts für die Bundesrepublik Deutschland, seine Einbettung in die Denkmal- und Stadtlandschaft im Zentrum von Berlin, sein Verhältnis zu den authentischen Orten der Verfolgung (wie z. B. der KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen) sowie die Erwartungen von Lesben und Schwulen an das Erinnerungszeichen.

Der Lesben- und Schwulenverband e.V. und die Initiative „Der homosexuellen NS-Opfer gedenken“ informieren unter www.gedenkort.de ausführlich über den Kunstwettbewerb und das Denkmal. In der Rubrik Pressespiegel finden sich zahlreiche Beiträge zur Diskussion um die Ausgestaltung und Widmung des Gedenkorts.

Eine Übersicht über einige im Wettbewerb eingereichte Entwürfe findet sich bei www.artnet.de.

Dokumentation des Kolloquiums als PDF

 

 

 

Leistungen

Leistungen

 

  • Sachverständige im Wettbewerbsverfahren (eingeladener Wettbewerb), 2005
  • Auftaktkolloquium zum Kunstwettbewerb „Gedenkort für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen“: Konzept, Planung, Durchführung, Redaktion der Dokumentation (deutsch/englisch), 2005
  • Berufung eines künstlerischen Beirats für den künstlerischen Wettbewerb, 2005
  • Sachverständige in der 1. Phase des Verfahrens (offener Wettbewerb), 2005

Projektdaten

Projektdaten

 

Projektsteuerung:
Monica Geyler-von Bernus

Mitarbeit:
Bettina Jenicek
Beate Rossie
Eberhardt Zastrau

Finanzierung:
Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur,
Kunst im Stadtraum

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Berliner Forum für Geschichte und Gegenwart e. V
Wartburgstraße 42, 10823 Berlin, fon 030-2163571, info@bfgg.de